21.10.2000
- Unser Rundgang führt uns wieder zum Wach- und Eingangsgebäude. Zuletzt
sahen wir die wenigen noch verbliebenen Holzbaracken. Solche
"Behausungen" boten keinerlei Schutz vor Wind und Wetter. Die
Unterbringung der Häftlinge war Garant für eine hohe Sterblichkeit unter
den Menschen, die zur Arbeit ausgesucht waren
-
am Nachmittag fahren einige aus unserer Gruppe noch mal nach Birkenau, andere
Teilnehmer der Fahrt besuchen die Ausstellung im Stammlager noch einmal; wir
legen einen Blumenstrauß unserer Gruppe an der "Entladerampe" in Birkenau
für all die Gequälten und Ermordeten nieder, das ist nicht Viel und es bleibt
ein Gefühl der Hilflosigkeit;
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es gibt keine gemeinsame Planung für den Nachmittag,
ich empfinde dies als angenehm und brauche jetzt auch einige Zeit, um mit Gehörtem und Gesehenem und mir selbst in Einklang zu kommen
-
als ich vom erneuten Rundgang über das riesige Gelände von Birkenau
zurück komme fällt mir auf, das einige Reisebusse mit "Touristen"
die erst eine Stunde nach mir gekommen waren schon wieder abgefahren sind
- für mich nicht vorstellbar, das man an dieser Gedenkstätte mal eben kurz für
eine Stunde ein paar "alte Gebäude" betrachtet und nach der Art einer
Burg-Besichtigung mit ein paar "Schnappschüssen" weiterfährt,
hoffentlich nicht nach dem Motto "Ich war auch da" ; es ist meine feste Überzeugung
das hier mindestens ein voller Tag nötig ist und das man eine Führung
benötigt, um auch nur annähernd zu erfassen was hier vor ca59
bis56 Jahren passierte, denn jetzt gibt es hier nur noch Stacheldraht,
Steine, Gebäude, Schienen und ein Mahnmal, alles auf einer grünen
Wiese;
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vom reinen Anblick kaum vorstellbar, das hier eine Todesfabrik jeden Tag Menschen "am
Fließband" ermordet hat (im Buch "Auschwitz in den Augen der SS"
- ISBN Nummer 83-85047-35-2 welches Aufzeichnungen von den SS-Verbrechern
Rudolf Höß, Pery Broad und Johann Paul Kremer veröffentlicht,
wird von einer Kapazität der Krematorien II und III betreffs der Verbrennung
von Leichen, von ca. 2000 in 24 Stunden berichtet)
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