21.10.2000
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9 Uhr 45 trifft sich die Gruppe zur Abfahrt, nach nur 10 min Autofahrt
erreichen wir Birkenau. Zu Beginn unseres Rundgangs gehen wir die Stufen im Wach- und Eingangsgebäude
nach oben und haben von dort den Blick über das Lagergelände.
Einige Stein- und Holzbaracken sind noch erhalten. Beim Blick vom Wachturm
liegt direkt vor uns das Ende der Gleisanlage, das für die überwiegende
Mehrzahl der Menschen die mit den Transporten hierher verschleppt worden
sind, das Ende Ihres Lebens bedeutete.
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Im Buch "London wurde informiert" - Bericht von Auschwitz Flüchtlingen-
ISBN
Nummer 83-85047-64-6, kann man folgendes lesen: Buchzitat "Das
Eisenbahngleis, das ins Lager zu den Krematorien führte, war in großer
Eile fertiggestellt worden - die Kommandos arbeiteten Tag und Nacht - ,damit
die Transporte direkt bei den Krematorien halten konnten. Nur etwa 10
% aus diesen Transporten wurden ins Lager aufgenommen. Der Rest wurde sofort
vergast und verbrannt. ... Buchzitat Ende!
Das Zitat ist einem Bericht über das Eintreffen ungarischer Juden
in Auschwitz entnommen.
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Wir hören im Wachturm einen Bericht über das Lager. Eine Stimme
vom Band informiert uns und erklärt unter anderem, was nach dem Eintreffen
der Transporte im Lager vor sich ging. Kinder, Frauen, Schwache und
ältere Menschen wurden unmittelbar in die Gaskammern geschickt. Sie
waren zur Arbeit "untauglich". Menschen die noch in der körperlichen
Verfassung waren zu arbeiten, wurden noch für einen kurzen Zeitraum "benötigt." Die Nazis sprachen auch von "Vernichtung durch Arbeit".
Während der nun beginnenden Führung werden wir mehr darüber
hören und einen kleinen Einblick in das Leben der Häftlinge und
ihren Alltag im Lager bekommen.
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Unser Rundgang beginnt bei den Steinbaracken, wir sehen eine spezielle
Baracke für Kinder. Hier wurden einige ausgesuchte Kinder gefangen
gehalten die später in "arischen Familien" umerzogen werden sollten.
Weiter geht es zu den Unterkünften der Strafkompanie. Weiter zu den
Wasch und Toilettenbaracken, entlang an den Gebäuden wo neu angekommene
Häftlinge untergebracht wurden, vorbei an Aschefeldern (hier wurde
die Asche der Ermordeten vergraben) zu den Trümmern der Gaskammern
und Krematorien. Die "SS" hatte vor der Befreiung des Lagers alle Gaskammern
und Vernichtungsanlagen gesprengt, um die Beweise für ihre Verbrechen
zu verwischen. Aber Original-Baupläne, Tagebücher von SS-Mördern,
Zeugenaussagen und die Aussagen während der Prozesse gegen die Mörder
von Auschwitz sind mehr als genug Beweis. Das Buch "Inmitten des grauenvollen
Verbrechens" - eine Sammlung von Handschriften, die Häftlige des
Sonderkommandos (eingesetzt bei der Verbrennung der Ermordeten Menschen)
auf dem Gelände der Krematorien vergraben hatten, gibt Auskunft aus
nächster Nähe.
ISBN Nummer 83-85047-56-5 hier
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